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Eckernförder Geschichten

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Räucherofen

Nachbau eines
Fischräucherofens im
Museum Eckernförde.
 

Eckernförde und die Kieler Sprotten

Von der einst bedeutenden Eckernförder Fischindustrie, die die Stadt "zum größten Fischmarkt an der Ostseeküste" machte, ist heute nicht mehr viel übrig - die große Flotte von Fischerbooten im Hafen ist auf eine Handvoll Kutter zusammengeschrumpft. Dabei hat in der Stadt die Fischerei eine lange Tradition: Schon auf dem ältesten Eckernförder Stadtbild von Braun-Hogenberg aus dem Jahr 1588 sind Fischer zu sehen, die mit einem großen Zugnetz "in gleicher Weise arbeiten, wie es heute geschieht", berichtet das Heimatbuch von 1928.

Doch auch noch zu Beginn dieses Jahrhunderts bot der Eckernförder Hafen ein ganz anderes Bild als heute. In einem Artikel aus dem Jahr 1912 beschreibt der Autor das Treiben im Hafen am 1. September. In dem "sonst etwas schläfrigen Hafen der Stadt" begann an diesem Tag die Herings- und Sprottensaison: "Zu hunderten bedecken die braunen Segel die ruhige Bucht der weiten Förde, meist zu zweien gekoppelt, jedes Fahrzeug mit der Hälfte der riesigen Netzmasse an Bord, streben sie fernen Fangplätzen zu." Diese Art der Fischerei war ein Saisongeschäft - im Frühjahr, so das Heimatbuch, gingen die jungen Fischer als Matrosen auf Sportyachten, andere fanden "auf dem Lande Beschäftigung." Nur die alten Fischer und Netzbesitzer betrieben im Sommer die Buttfischerei.

Natürlich kommt man, wenn über die Bedeutung der Fischerei in Eckernförde gesprochen wird, nicht an den Kieler Sprotten und den Fischräuchereien vorbei, "deren hohe Schornsteine [früher] ein Merkmal der Stadt bildeten. In guten Zeiten war die ganze Stadt in eine Rauchwolke gehüllt." Die meisten Räuchereien sind erst gegen Ende des letzten Jahrhunderts entstanden und wurden binnen kurzer Zeit zum bestimmenden Wirtschaftsfaktor der Stadt. Oft arbeiteten sogar die Frauen der Fischer in der fischverarbeitenden Industrie, um den schmalen Verdienst ihrer Männer aufzubessern.

Der Boom bei den Eckernförder Fischräuchereien begann mit der Entwicklung des Verkehrsnetzes, das einen überregionalen Vertrieb des durch Räuchern haltbar gemachten Fisches erlaubte. Zuvor hatte man vor allem für den eigenen örtlichen Bedarf produziert und das Räuchern wurde oft von den Fischern selbst übernommen. Den entscheidenden Schub brachte die Eröffnung der Bahnlinie Kiel-Eckernförde-Flensburg Anfang der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Bis dahin wurde der geräucherte Fisch zum Weitertransport zum Bahnhof nach Kiel gebracht, wo die Kisten gestempelt und die Sprotten so zu "Kieler Sprotten" wurden.

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  Letzte Überarbeitung: 13.08.2011

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