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Carl von Hessen

Landgraf Carl von Hessen.
 

Ein Hesse an der Ostsee

Ein Hesse hinterließ in Schleswig-Holstein so manche Spur - auch in Eckernförde. Er lockte unter anderem den Grafen von Saint-Germain an die Ostsee.

Carl von Hessen wurde 1744 in Kassel geboren und heiratete später die dänische Königstochter Louise. Seine Töchter gaben dem Marien-Louisen-Bad, der ersten Eckernförder - oder vielmehr Borbyer - Badeanstalt den Namen, gehörten doch der Graf und seine Frau zu den ständigen Gästen der Einrichtung. In Schleswig-Holstein spielte Carl eine wichtige Rolle: über 60 Jahre - bis zu seinem Tod 1836 - war er Statthalter in den beiden Herzogtümern und hat auch in anderen Städten Spuren hinterlassen. Er war beispielsweise ein Förderer der Industrie, wie die Carlshütte in Rendsburg beweist.

Der Kieler Universität war das 60jährige Jubiläum des Landgrafen als Statthalter eine besondere Ehrung wert. Sie verlieh Carl die vierfache Ehrendoktorwürde - der philosophischen, medizinischen, theologischen und juristischen Fakultät. Der Landgraf soll zuerst artig gedankt und dann seine - wohl überwiegend negative - Ansicht über jede der vier Fakultäten in einem Motto zusammengefasst haben. So empfahl er den Medizinern mehr die menschliche Seele und ihre Auswirkungen auf den Menschen zu untersuchen und schrieb den Philosophen ins Stammbuch: "Die Furcht Gottes ist der Weisheit Anfang."

Der Landgraf, der "ein wohlmeinender und mild urteilender, aber zugleich auch sehr eitler Mann" gewesen sein soll, war sehr gläubig. Seine Religiosität artete aber in Aberglauben aus. Und hier findet sich eine weitere Verbindung Carls mit Eckernförde: Den Alchimisten Graf Saint-Germain nahm Carl auf seinem Sommersitz Louisenlund auf und ließ ihn im Keller des Freimaurerturms - Carl war auch begeisterter Anhänger der Freimaurerei - laborieren. Unter anderem soll ein "Lebensverlängerungs-Elexier" versprochen worden sein. Da Saint-Germain eine Farbenfabrik im Lande gründen wollte, kaufte Carl die leerstehenden Otte'schen Fabriken in Eckernförde, von denen auch heute noch ein langes Gebäude steht. "Doch das Unglück wollte es", schrieb Carl in seinen Lebenserinnerungen, "dass Saint-Germain, als er nach Eckernförde kam, unten in einem feuchten Zimmer wohnte, wo er einen sehr starken Rheumatismus bekam, von welchem er sich trotz aller seiner Heilmittel niemals ganz erholte."

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  Letzte Überarbeitung: 13.08.2011

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